Landtag des Saarlandes - Foto: CC-BY-SA Andrea Jaeckel-Dobschat
Foto: CC-BY-SA Andrea Jaeckel-Dobschat

THERAPIEPLÄTZE FÜR TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE

Oft haben Flüchtlinge, die zu uns kommen, unvorstellbar Schreckliches erlebt und sind von den Ereignissen im Heimatland und der Flucht traumatisiert. Vielleicht haben sie ihre Kinder, Geschwister oder Eltern bei der gefährlichen Überfahrt ertrinken gesehen. Über 300 Kinder sind – so schätzt man –  alleine im letzten Jahr bei der Überfahrt elendig ums Leben kommen, weil sie über Bord gegangen sind. Das Bild des angeschwemmten, toten Jungens ging um die Welt.
Für uns, die Nachkriegsgenerationen, die in Sicherheit und Freiheit aufgewachsen sind, ist sowas unvorstellbar. Dafür sollten wir dankbar sein. Umso bedeutender ist es den bedürftigen Flüchtlingen zu helfen. Therapieangebote bei Traumatisierungen sind irre wichtig und unglaublich schwer. Therapieplatzmangel, das gab es schon davor. Und nun auch noch umfängliche Traumatherapie mit einem Dolmetscher, der dazwischen geschaltet ist. Zudem sollten sich Therapeuten nach jeder Sitzung auch nochmal kurz für den Dolmetscher Zeit nehmen, denn er bekommt dann jede Geschichte auch erzählt – das kann belastend sein.
Wie wir im Land diese Mammutaufgabe stemmen können, das wollen wir von der Landesregierung wissen – also ihre Pläne dazu und natürlich dürfen auch die Saarländer_innen mit Therapiebedarf dabei nicht zu kurz kommen.

Termin: Mittwoch, den 02. März 2016, 09:00 Uhr – Unterausschuss für Flüchtlingsfragen

Update:
Bisher gibt es glücklicherweise keine Meldung darüber, dass die Kapazitäten nicht ausreichen. Die nächste Bedarfserhebung erfolgt allerdings erst Ende 2016 für das Jahr 2018. Das sind schon durchaus lange Zeitspannen, in denen viel geschehen kann, und zu kurze Reaktionszeiten.
Rund 1.000 stationäre Plätze kann das Saarland für eine Therapie derzeit zur Verfügung stellen – für alle im Saarland lebenden Personen, d.h. Einheimische wie Flüchtlinge. Das große Problem liegt allerdings in der Überwindung der Sprachbarrieren. So übernehmen die Krankenkassen zwar die Kosten für die Behandlungen, aber nicht die für die dazu notwendigen Dolmetscher. Dazu gibt es keine Rechtsgrundlage. Wer die Kosten übernehmen muss, das ist bisher ungeklärt. Und ohne Sprachbarrierenüberwindung ist keine Therapie möglich. Vermutlich bleiben die Landkreise auf den Kosten sitzen.

Eine Reaktion zu “THERAPIEPLÄTZE FÜR TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE

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